Berufsvorbereitung in der Bodelschwingh-Schule

In der Bodelschwingh-Schule liegt ein großer Schwerpunkt in der Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf das spätere Berufsleben. Entsprechend dem Lernverhalten der Schülerinnen und Schüler ist ein großer Teil des Unterrichts praktisch ausgerichtet: Arbeiten lernt man da, wo gearbeitet wird. Da für viele Schülerinnen und Schüler der Kontakt zu vertrauten Lehrerinnen und Lehrern wichtig ist, werden viele Arbeitstechniken in der Schule vermittelt.

Neben der Berufsvorbereitung und Arbeit in der Schule können die Schülerinnen und Schüler auch Erfahrungen in Betriebspraktika sammeln. Hierzu kooperiert die Schule mit den umliegenden Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) und dem Integrationsfachdienst (IFD), mit dessen Hilfe auch Praktika durchgeführt werden, in denen sonst keine Menschen mit Behinderung arbeiten.

Ausstattung der Schule

Die Schule ist gut für den praktischen Arbeitslehreunterricht ausgestattet. Es gibt Werk- und Technikräume für die Arbeitsbereiche Papier, Metall, Holz und Keramik. Weiterhin gehören noch ein großer Schulgarten und eine Lehrküche zur Schule. In diesen Räumen, wie auch im Garten, finden sich zahlreiche Werkzeuge und Maschinen, an denen die Schülerinnen und Schüler die unterschiedlichsten Arbeitstechniken erlernen.

Entsprechend der praktischen Ausrichtung des Unterrichts geht die Ausstattung der Werkräume weit über das Maß eines „Bastelunterrichts“ mit Laubsäge und Feile hinaus. Für „richtige“ Arbeit wer­den auch „richtige“ Maschinen benötigt. Im Arbeitsbereich Metall steht beispielsweise eine elektrische Bügel­säge­maschinen den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung. Im Werkraum Holz befindet sich eine computergesteuerte Fräsmaschine und im Papierraum lernen die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit einer elektrischen Schneidemaschine.

Im Garten gibt es verschiedene Gewächshäuser und große Beete, in denen verschiedene Gemüse gezogen worden. Der Keramikwerkraum bietet viel Platz und verfügt über einen großen Brennofen, so dass auch Werkstücke von beachtlicher Größe hergestellt werden können.

Unterricht

In der Bodelschwingh-Schule beginnen die ersten Vorbereitung auf das spätere Berufsleben in der achten Klasse. In dieser Jahrgangsstufe wird in der Regel zum ersten Mal Arbeitslehreunterricht im Klassenverband bzw. in einer Teilgruppe der Klasse erteilt. Für die Schülerinnen und Schüler besteht in dieser Jahrgangsstufe weiterhin die Möglichkeit, an der Potentialanalyse teilzunehmen. Diese wird vom Integrationsfachdienst (IFD) im Rahmen des Projektes STAR (Schule trifft Arbeitswelt) durchgeführt. Eine viertägige Berufsfelderkundung ist in diesem Jahrgang ebenfalls möglich. Dieses Vorgehen orientiert sich am Programm

„Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAOA).

In den folgenden Jahrgangsstufen wird der Arbeitslehreunterricht intensiviert, nach Möglichkeit sollen die Schülerinnen und Schüler in dieser Zeit mehrere Arbeitsbereiche in der Schule kennenlernen.

Die Berufspraxisstufe steht am Ende der Schulzeit und ist auf zwei Jahre ausgerichtet. Zentraler Unterricht für die Vorbereitung auf das spätere Arbeitsleben ist das Arbeitslehreprojekt, das in sechs Projektgruppen jeweils mittwochs stattfindet. Die Bodelschwingh-Schule bietet hier die Arbeitsbereiche

- Metall,

- Garten,

- Holz,

- Keramik,

- Papier und

- Hauswirtschaft

an. Alle Fotos dieser Seite sind während des Arbeitslehretags in der Schule aufgenommen worden. Sie sollen vor allem die Bandbreite der Arbeiten dokumentieren.

Am Projekttag findet der Arbeitslehreunterricht nicht im Klassenverband, sondern in heterogenen Lerngruppen mit jeweils fünf bis sechs Schülerinnen und Schülern statt. An diesem Tag befasst sich jede Gruppe ausschließlich mit ihrem Arbeitslehrebereich, so dass auch größere Unterrichtsprojekte realisiert werden können, was in einzelnen Schulstunden nicht möglich wäre. Der Arbeitslehretag am Mittwoch soll auch zeitlich die Struktur eines Betriebes abbilden, daher sind die Pausen an diesem Tag deutlich verkürzt. Innerhalb eines Schuljahres durchläuft eine Gruppe drei Arbeitsbereiche, so dass nach den geplanten zwei Jahren Berufspraxisstufe jede Schülerin und jeder Schüler alle Arbeitsbereiche einmal kennen gelernt hat.

In den einzelnen Arbeitsbereichen werden – immer an den individuellen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler und betrieblichen Arbeitsabläufen ausgerichtet - unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Im Bereich Holz stehen beispielsweise technische Produktionsweise wie das Arbeiten mit Vorrichtungen und elektrischen Maschinen im Vordergrund. Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit sind hierbei natürlich Themen von hoher Bedeutung. Im Bereich Keramik bietet sich mehr Raum für Kreativität, aber auch hier ist das Ziel, die hergestellten Werkstücke auch verkaufen zu können ohne auf einen „Behindertenbonus“ zu setzen. Im Garten finden sich neben dem großflächigen An­bau von Gemüse und Pflanzen auch Schwerpunkte im Landschaftsbau. Der Metallbereich hat sich auf die Herstellung kunstgewerblicher Objekte spezialisiert. Bei der Bearbeitung kommen sowohl technische wie auch handwerkliche Produktionsmethoden zum Einsatz. Im Bereich Papier fallen Buchbindearbeiten, aber auch Sortier- und Recyclingsaufgaben an. Der Arbeitsbereich Hauswirt­schaft orientiert sich vor allem an den Arbeitsmethoden in großen Küchen. Außerdem gehört hierzu noch das Thema Wäschepflege.

Praktikum

Neben dem praktischen Unterricht ist ein dreiwöchiges Betriebspraktikum in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) für alle Schülerinnen und Schüler im ersten Jahr Berufspraxisstufe ver­pflichtend. Diese Praktikumsstellen sind in der Regel an den Wohnorten der Schülerinnen und Schüler orientiert. Die meisten Schülerinnen und Schüler absolvieren dieses Praktikum in den Werkstätten des Perthes-Werkes mit der Wichern-Werkstatt in Werl, der Klevinghaus-Werkstatt in Soest und dem Betriebsteil in Herzfeld. Außerdem gehört noch die Werkstatt in Warstein-Belecke mit der Lebenshilfe Lippstadt als Träger zum Einzugsbereich der Schule. Vereinzelt gibt es auch Praktikumsplätze in Hamm, Unna und Arnsberg.

Während des Werkstattpraktikums ist ein einwöchiger Aufenthalt in der Trainingswohnung vorgesehen, in dem die Schülerinnen und Schüler praktisch erfahren, für sich selbst die Verantwortung zu tragen. Neben der Arbeit gehören in dieser Woche auch das Einkaufen, das Putzen und die Freizeitgestaltung zu den Inhalten des praktischen Unterrichts.

Außerhalb der Werkstattpraktika besteht für die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Praktika in Betrieben zu absolvieren, die nicht speziell für Menschen mit Behinderungen eingerichtet sind. In der Regel werden diese Praktika auch vom Integrationsfachdienst begleitet. Vielfach sind dies Betriebe aus dem Dienstleitungsbereich wie Handel und Verkauf (Supermärkte und Baumärkte), Garten und Landschaftsbau, Küche und Pflege.

Der Integrationsfachdienst unterstützt die Schülerinnen und Schüler bei der Suche nach Praktikumsplätzen und gibt auch Hilfen, wenn Schülerinnen und Schüler nach der Schulzeit einen Arbeitsplatz außerhalb der WfbM anstreben.